Schmerzhafte Zystitis – Definition, Symptome, Ursachen und die richtige Behandlung

Im Prinzip hat sie jeder früher oder später einmal: Die Blasenentzündung, welche auch als Zystitis bezeichnet wird. Doch bevor Du Dich nun verrückt machst, können wir Dir mitteilen, dass sie gut heilbar ist und eine Therapie mittels der richtigen Medikamente schnell eingeleitet werden kann. Doch was genau ist eine Zystitis, wie entsteht sie, welche Symptome hat sie und ist eine Behandlung ohne Antibiotika möglich? Gibt es womöglich Hausmittel dagegen? Wir haben uns diesen Fragen gewidmet und möchten Dir im nachfolgenden Ratgeber sämtliche Informationen liefern, die Du zu diesem Thema wissen musst.

Zystitis-Blasenentzündung

Was ist Zystitis? – Eine nähere Erklärung

Dass sie auch als Blasenentzündung bezeichnet wird, haben wir bereits erwähnt. Doch was genau ist eigentlich eine Zystitis? Die Definition lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es ist eine Entzündung der Harnblase, wobei die Krankheit zur Gruppe der Harnwegsinfekte gehört. Betroffen sind sowohl Männer und Frauen, wobei letztere durch ihre Anatomie meist deutlich häufiger damit zu kämpfen haben als der Mann. Die bakterielle Infektion wird meist durch bestimmte Bakterien verursacht, die innerhalb der Darmflora vorkommen: Escherichia coli ist bei etwa 77 Prozent der Betroffenen der Auslöser, alternativ kann auch Staphylococcus saprophyticus dafür verantwortlich sein.

Welche Ursachen hat eine Zystitis?

Die Hauptursache der Zystitis besteht daraus, dass Bakterien aus der Darmflora in die Blase gelangen und dort besagte Infektion verursachen. Selbstverständlich gibt es auch einige Risikofaktoren, die man hier nennen muss. Hier einmal eine kleine Übersicht, was eine Blasenentzündung auslösen kann:

  • weibliches Geschlecht
  • Einnahme der Pille
  • Stoffwechselstörungen
  • häufiger Geschlechtsverkehr
  • verengte Harnröhre und somit gestörter Harnabfluss
  • dauerhafter Katheter

Dass Frauen insbesondere betroffen sind, haben wir bereits vorhin erwähnt, wobei die Zystitis nichts mit einer Kolpitis zu tun hat. Nehmen sie Verhütungsmittel in Form der Pille ein, trocknet diese je nach Wirkstoff die Blasenschleimhaut aus und bietet somit die perfekte Basis für Bakterien, die sich darauf ansiedeln können. Und zuletzt gibt es noch die sogenannte Honeymoon-Zystitis, die häufig während der Flitterwochen entsteht, während denen man häufig mehr als üblich Geschlechtsverkehr mit seinem Partner hat. In dieser Situation haben es Bakterien besonders leicht, sich anzuhaften und daraus eine Infektion zu entwickeln.

typischen Symptome einer Zystitis

Die typischen Symptome einer Zystitis

Wer eine Blasenentzündung entwickelt, bemerkt dies relativ rasch anhand von bestimmten Symptomen, die nach einer Inkubationszeit von etwa sieben Tagen auftreten. Hier einmal eine kleine Liste als Hilfestellung:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • häufiger Harndrang
  • Krämpfe in der Blase
  • blutige Erscheinung im Urin (auch Makrohämaturie genannt)
  • Unterleibsschmerzen
  • vorübergehende Inkontinenz

Letzteres tritt vor allem dann auf, wenn der Harndrang zu extrem wird. Im Regelfall tritt vor allem zunächst der typische Schmerz beim Wasserlassen auf und das Gefühl, ständig zur Toilette zu müssen. Entdeckst Du dann auch noch eine leicht blutige Spur im Urin, wird es spätestens dann Zeit, zum Arzt zu gehen und die richtige Behandlung einzuleiten, ehe es sich zu etwas schwerwiegenderem entwickelt.

Wie läuft die Diagnostik ab?

Für gewöhnlich sucht man zunächst bei der Feststellung von Schmerzen beim Wasserlassen seinen Hausarzt auf, der in der Regel mittels Test feststellt, ob eine Zystitis vorliegt, oder nicht. Hierzu wird eine Urinprobe abgegeben und mit einem Teststreifen versehen. Hier zeigen nicht nur die weißen Blutkörperchen eine Entzündung an, auch der Nitritwert steigt an, welcher im Normalfall nicht feststellbar ist. Je nach Ausschlag verschreibt der Arzt ein Antibiotikum, welches die Heilung binnen weniger Tage herbeiführt. In wenigen Fällen ist es ebenso möglich, einfach viel zu trinken und so die Blasenentzündung wieder loszuwerden, indem man die Bakterien ordentlich ausschwemmt, was allerdings nur innerhalb der ersten Tage wirklich sinnvoll ist.

Sonderformen der Zystitis – Ein Fall für einen Spezialisten

In den meisten Fällen handelt es sich bei einer Zystitis um eine unkomplizierte und akute Erkrankung, die schnell abgeheilt ist und keine weitere Behandlung erfordert. Klingt sie allerdings nicht ab, kann sie auch chronisch werden, oder Sonderformen annehmen. In diesem Fall sucht man am besten einen Spezialisten auf. Hier einmal eine kleine Auflistung der Sonderformen, inklusive einer Erklärung:

  • hämorrhagisch: starke Blutbeimischung, wird durch Viren verursacht
  • Strahlenzystitis: tritt infolge einer Strahlenbehandlung auf
  • interstitielle Form: chronische Form, abakterielle Ursachen
  • emphysematös: zusätzliche Gasbildung in der Blase, kombiniert mit Pilzbefall

Bei diesen Formen der Erkrankung ist häufig eine andere Behandlung als die mit Antibiotika sinnvoll. Wie sie allerdings verläuft, entscheidet jeweils der behandelnde Arzt. In vielen Fällen ist hierbei sowohl eine Behandlung mit Antibiotika möglich, oder alternativ mit einer dauerhaften pflanzlichen Prophylaxe, insbesondere bei der chronischen Form.

Mögliche Komplikationen bei einer Zystitis

Leider gibt es auch ein kleines Risiko, dass die Blasenentzündung eine andere Entwicklung nimmt, wenn sie nicht entsprechend vorher geheilt wird. In diesem Fall entsteht auf Dauer eine Nierenbeckenentzündung, bei welcher die Erreger in die Nieren wandern und eine noch schwerwiegendere Infektion verursachen. Entsprechend schwieriger ist auch die erforderliche Behandlung.

Antibiotikum

Welches Antibiotikum bei Zystitis sinnvoll erscheint

Für die Behandlung einer Blasenentzündung werden unterschiedliche Arten von Antibiotika eingesetzt, die man über einen Zeitraum von mehreren Tagen einnehmen muss, je nach Präparat. Hier einmal eine Übersicht der Wirkstoffe, die typischerweise bei einer Antibiose eingesetzt werden:

  • Cotrimoxazol
  • Chinolone
  • Fosfomycin
  • Nitrofuratoin

Je nach Wirkstoff werden die Tabletten zwischen einem und fünf Tagen eingenommen. Die Wahl des jeweiligen Wirkstoffes als auch der Zeitraum der Einnahme hängen auch ein wenig mit der Schwere der Infektion zusammen. Sie hemmen hauptsächlich das bakterielle Wachstum und verhindern, dass sich die Bakterien weiterhin an die Zellwände setzen.

Ein anderer Wirkstoff ist Ciprofloxacin, wobei dieser inzwischen relativ alt in der Medizin ist und es deutlich bessere Alternativen für die Behandlung gibt und die zudem mit weniger Nebenwirkungen verbunden sind. Alternativ zu Antibiotika gibt es auch Mittel aus dem Bereich der Homöopathie, die sinnvoll erscheinen.

Zystitis homöopathisch behandeln – Die Mittel der Wahl

Wer eine Blasenentzündung nicht zwingend mit Antibiotika behandeln möchte, greift häufig zu Hausmitteln und versucht, sie mit Naturheilmitteln zu kurieren. Dies sind meist Medikamente ohne Rezept, die man einfach so erhalten kann, im Gegensatz zum Antibiotika.

Eine kurzfristige Bekämpfung der Symptome ist mit Substanzen möglich, die alkalisierender Natur sind. Doch diese sind mit einer hohen Vorsicht zu genießen. Einige berufen sich auf die Heilkräfte von Schüssler Salzen oder nutzen andere Mittel aus der Homöopathie. Pflanzlich helfen Bärentraubenblätter, Kapuzinerkressekraut oder Meerrettichwurzel weiter. Eine besondere Stellung nimmt hier innerhalb der letzten Jahre die D-Mannose ein.

Zystitis vorbeugen

D-Mannose – Was ist das?

Bei D-Mannose handelt es sich um eine Zuckerart, die zur Vorbeugung als auch Behandlung von Zystitis eingesetzt wird. Ein sehr großer Vorteil der Einnahme besteht darin, dass deutlich weniger Nebenwirkungen als bei Antibiotika festzustellen sind. Das Wirkprinzip verfolgt die Strategie, dass Keime an der Schleimhaut andocken können und gleichzeitig wirksam und schnell abgeführt werden.

Auf diese Art ist sowohl eine Vorbeugung möglich als auch direkte Behandlung. Bei einer schlimmeren Form der Zystitis, beispielsweise der Honeymoon Variante, ist vielleicht jedoch eine alternative Behandlung in Erwägung zu ziehen.

Wie kann man eine Zystitis vorbeugen?

Vielleicht fragst Du Dich auch, wie man eine gewisse Prophylaxe betreiben kann, um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Eines können wir Dir bereits jetzt schon sagen: Eine Impfung gibt es nicht, aber eine Menge anderer Maßnahmen, die dazu beitragen, dass die Blasenentzündung nicht mehr wiederkommt, also rezidivierende Natur hat, oder gar erst auftritt.

  • Trinke mindestens 1,5 Liter pro Tag
  • Gehe regelmäßig zur Toilette
  • Säubere Dich stets von vorne nach hinten
  • Trage Baumwollunterwäsche und reinige sie bei 60 Grad Celsius
  • Betreibe nur spärliche Intimhygiene ohne Pflegeprodukte
  • Sei vorsichtig bei der Wahl Deiner Verhütungsmittel
  • Vermeide kalte Füße

Insbesondere in punkto Intimpflege nehmen es viele Menschen zu genau und reinigen sich mit zahlreichen Mittelchen, die jedoch die Intimflora beschädigen können und somit perfekten Nährboden für Bakterien bieten. Und auch wenn sie nicht unbedingt ansehnlich wirken: Baumwollunterwäsche wirkt Wunder, wenn man fast regelmäßig unter einer Blasenentzündung leidet.

Fazit – Eine Zystitis ist leicht behandelbar und vorzubeugen

Was wir in jedem Fall aus diesem Ratgeber lernen, ist dass die Zystitis eine meist akute und gut behandelbare Krankheit ist, bei der man nicht gleich ängstlich werden muss. Die Medizin verfügt über gute Maßnahmen, die nach einer eingehenden Diagnostik eingesetzt werden können und wodurch eine Blasenentzündung schnell abgeheilt werden kann.

Trifft man die richtigen Voraussetzungen, lässt sie sich sogar vermeiden und somit ist man auch vor einer chronischen Entwicklung als auch vor weiteren Komplikationen gut geschützt. Selbstverständlich gibt es bestimmte Risikofaktoren, die man immer beachten sollte, doch ermöglicht eine gewisse Prophylaxe wenigstens die Eindämmung, falls es doch mal dazu kommen sollte.

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