Angst vor Zeugungsunfähigkeit: Hier informieren wir Sie über Ursachen und Therapiemöglichkeiten

Wenn die Spermienqualität nicht gut genug ist, kommt es zur Zeugungsunfähigkeit. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist also nicht immer bei der Frau zu suchen. Was tun, wenn der Mann unfruchtbar ist? Und welche Ursachen stecken dahinter? Gibt es Möglichkeiten, diese zu überwinden und Vater zu werden?

Ursachen für die Zeugungsunfähigkeit gibt es viele. Und nicht immer ist die Unfruchtbarkeit dauerhaft. Stress, Alkohol, Drogenkonsum – das alles können Faktoren sein, die zu einer reduzierten Spermienqualität oder zu Störungen des Spermientransports führen. Mithilfe spezieller Untersuchungen und einem Spermien-Test lässt sich der Sache auf den Grund gehen. In den meisten Fällen lässt sich das Problem dann behandeln. In diesem Ratgeber informieren wir Sie ausführlich zu diesem Thema.

Behandlungsmöglichkeiten bei der Unfruchbarkeit des Mannes

Ab wann spricht man von Zeugungsunfähigkeit?

Wenn ein Paar sich entscheidet, ein Kind zu bekommen, wird die Frau im Durchschnitt innerhalb von acht bis zehn Monaten schwanger. Bei einigen Paaren kann es auch länger dauern, zum Beispiel wenn die Frau ein Verhütungsmittel absetzt. Von einer Unfruchtbarkeit wird deshalb erst gesprochen, wenn nach zwei Jahren ungeschützten Geschlechtsverkehrs kein Kind gezeugt wurde und die Frau gesund ist. Dann liegt eine Zeugungsunfähigkeit beim Mann vor. Das führt bei den Betroffenen oft zu Minderwertigkeitsgefühlen und Depressionen.

So entsteht eine Unfruchtbarkeit beim Mann

Zeugungsunfähigkeit entsteht, wenn der männliche Körper nicht genug Spermien produziert. Pro Milliliter Samenflüssigkeit sollten über 20 Millionen Spermien vorhanden sein, um von einer ausreichenden Produktion sprechen zu können. Wichtig ist zudem, dass die Spermien eine normale Form haben, sich gut bewegen können und lange überleben. Ist das nicht der Fall und der Samenleiter zudem nicht ausreichend durchlässig, ist die Potenz eingeschränkt.

Das sind aber nicht die einzigen Faktoren, die eine Zeugungsunfähigkeit hervorrufen, ebenso können die Zusammensetzung des Prostata- oder Bläschendrüsensekrets sowie eine zu geringe Menge des Ejakulats zur Unfruchtbarkeit führen. Mediziner schätzen, dass etwa sieben bis neun Prozent der deutschen Männer davon betroffen sind.

Typische Ursachen und Symptome der Zeugungsunfähigkeit

Es gibt viele Ursachen, die für eine schlechte Spermienqualität sorgen und damit zu einem unerfüllten Kinderwunsch führen. Zum Beispiel ist ein Mangel an Testosteron ein Grund für die geringe Anzahl an Spermien. Auch das hormonproduzierende Prolaktinom verursacht  Unfruchtbarkeit.

Bei einigen Männern bilden sich im Laufe der Jahre Krampfadern am Hodensack. Diese geschwollenen und vergrößerten Venen beeinflussen die Spermienqualität negativ. Ebenfalls führt eine dauerhafte Überhitzung des Hodens zu einer schlechten Qualität und niedrigen Anzahl der Samen. Auch Verletzungen und Operationen aufgrund eines Leistenbruchs können für die Zeugungsunfähigkeit verantwortlich sein. Dann ist nämlich oft der Samenleiter blockiert und es gelangen keine Samenzellen mehr ins Ejakulat. Oder die Penismuskeln, die Spermien herauspumpen, funktionieren nicht richtig.

Ebenfalls können eine Fehlbildung des Hodens, Hodenentzündungen, Mumps sowie genetische Störungen zur Zeugungsunfähigkeit führen.

Faktoren, die vorübergehend zur zeugungsunfähig führen können:

  • Alkohol- und Drogenkonsum
  • Umweltschadstoffe
  • Nikotin
  • ungesunde Lebensweise
  • Stress
  • Leistungssport
  • Medikamente und Infektionen
  • zu enge Hosen

Wie erfolgt die Untersuchung bei einer möglichen Zeugungsunfähigkeit?

Zuerst muss der Arzt herausfinden, was die Ursache für die Unfruchtbarkeit ist. Dafür hat er bestimmte Möglichkeiten. In der Regel wird er einen Spermientest, auch Spermiogramm genannt, durchführen, um zu überprüfen, wie gut die Qualität der Spermien ist und wie fertil der Mann ist.  In diesem Test werden Beweglichkeit, Form, Zähigkeit, Aussehen, Geruch und Menge sowie die Beschaffenheit der Spermien analysiert. In der Regel erfolgt die Untersuchung zweimal, da es zu Schwankungen kommen kann.

Zudem untersucht der Urologe den allgemeinen Gesundheitszustand, befragt den Mann zu seinen Lebensgewohnheiten und überprüft die Hoden sowie die Nebenhoden, die Prostata und die Bläschendrüsen auf Veränderungen hin. Auch eine Ultraschall-Untersuchung kann Aufschlüsse über die Ursachen des Zeugungsproblems geben. Führt das zu keinem Ergebnis, wird eine Hormonwertbestimmung des Blutes durchgeführt. Sie zeigt mögliche Störungen im Hormonhaushalt an, denn dieser ist auch an der Produktion von Samenzellen beteiligt.

Therapie und Behandlung: Diese Möglichkeiten gibt es!

Unfruchtbarkeit beim Mann lässt sich in vielen Fällen tatsächlich behandeln. Je nach Ursache gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Wir werden hier nur die wichtigsten Behandlungen nennen.

Medikamente zur Bekämpfung der ZeugungsunfähigkeitWenn zum Beispiel ein Hormonmangel vorliegt, wird dieses Hormon in Form von Medikamenten verabreicht. Bei Ejakulationsproblemen kommen sogenannte Sympathikomimetika zum Einsatz. Sie sorgen dafür, dass der Harnblasenausgang während des Ejakulationsvorgangs fest verschlossen bleibt, damit die Spermien nach außen abfließen können. Störungen im Samenleiter lassen sich mit einer Operation beseitigen.

Männer, die sich sterilisieren ließen, können in einigen Fällen wieder fruchtbar werden, indem der durchtrennte Samenleiter chirurgisch wieder verbunden wird. Sind die Ursachen nicht behandelbar und bleibt der Mann zeugungsunfähig, bietet sich als letzte Möglichkeit die künstliche Befruchtung an. Hierbei kann der eigene Samen verwendet werden.

So können Sie selbst die Qualität der Spermien verbessern

Sie können die Spermienqualität mit einfachen Mitteln optimieren. Wichtig ist, dass Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralien achten und regelmäßig Sport treiben. Ebenso sollten Sie wenig rauchen und moderat Alkohol trinken. Hier gilt es besonders die Getränke zu meiden, die den Bauchumfang erhöhen, denn ein dicker Bauch und Übergewicht wirken sich negativ auf die Qualität der Spermien aus.

Wer gestresst ist und den Kopf nicht freibekommt, kann ebenfalls Zeugungsprobleme bekommen. Hier helfen Meditationen, Entspannungsübungen, Yoga und andere Techniken zum Abbau von Stress. In diesem Zusammenhang sollte sich vor allem jede Art von „Zeugungsstress” auf ein Minimum reduzieren.

Erfolgsaussichten und Vorbeugung

Schätzungen zufolge können etwa 20 Prozent der Männer, die eine Behandlung der Unfruchtbarkeit durchgeführt haben, im Anschluss Vater werden. Wichtig ist, dass nach der Therapie nicht allzu viel Zeit vergeht, denn der Mann kann jederzeit wieder Zeugungsprobleme bekommen. Grundsätzlich hängen die Erfolgsaussichten von der angewendeten Behandlungsmethode ab. Einige Therapien, wie die künstliche Befruchtung sind zeitaufwendig, seelisch belastend und kostenintensiv.

Am Besten ist es deshalb, das Risiko der Zeugungsunfähigkeit einzudämmen. Dies kann jeder Mann tun. Natürlich lässt sich Unfruchtbarkeit nicht zu 100% vorbeugen, doch das Risiko wird damit um ein Vielfaches reduziert. Unter anderem raten Ärzte, entzündliche Erkrankungen und hormonelle Störungen jeglicher Art rechtzeitig behandeln zu lassen und zudem weitestgehend auf Alkohol- und Zigaretten zu verzichten. Außerdem sollte beim Geschlechtsverkehr in der Regel ein Kondom verwendet werden, um sich vor einer Chlamydien-Infektion und somit vor einer Zeugungsunfähigkeit zu schützen.

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