Was ist Syphilis?

Syphilis ist eine chronische Infektionskrankheit, welche früher mit schweren Spätfolgen oder gar dem Tod einhergehen konnte. Heute bestehen, bei frühzeitiger Behandlung, aber sehr gute Heilungschancen. Sie ist eine sexuell übertragbare Krankheit, welche hauptsächlich durch Schleimhautkontakt bei sexuellen Handlungen übertragen wird. Syphilis ist weltweit verbreitet, in Deutschland zählt man jährlich ungefähr 3.000 bis 3.500 Fälle. Am häufigsten betrifft Syphilis Männer zwischen 30 und 40 Jahren. Seit 2011 ist die Krankheit in Deutschland meldepflichtig.

Syphilis Virus Test optisch dargestellt

Ursachen und Ansteckung mit Syphilis

Auslöser für Syphilis ist der Krankheitserreger Treponema pallidum. Übertragen wird dieses Bakterium durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung liegt bei circa 40 – 60 Prozent, das Krankheitsstadium, in dem sich die infizierte Person befindet, spielt dabei eine Rolle. Das Bakterium gelangt durch Schleimhäute oder winzige Hautrisse in den Organismus. Zuerst befällt es die Lymphknoten, von denen aus es über die Lymphbahnen und den Blutweg in den kompletten Körper gelangt.

Nach einiger Zeit sind alle Organe und das zentrale Nervensystem befallen. Außerdem kann der Krankheitserreger von einer schwangeren Frau an das ungeborene Kind weiter gegeben werden. Auch die Infektion über Bluttransfusionen ist denkbar, kommt in Deutschland jedoch sogut wie gar nicht vor.

Symptome und Verlauf der Syphilis

Die Krankheit verläuft in vier aufeinander folgenden Stadien. Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich dabei mit Latenzphasen ab. Die höchste Ansteckungsgefahr ist im ersten Stadium gegeben, im zweiten Stadium nimmt sie bereits ab und im dritten und vierten Stadium besteht keinerlei Ansteckungsgefahr mehr.

Die ersten Symptome lassen sich nach zehn bis 30 Tagen erkennen. Syphilis lässt sich hier bereits im Selbsttest vermuten. Zuerst bilden sich an der Eintrittsstelle der Bakterien schmerzlose Geschwüre mit einem harten Rand. Mögliche Eintrittsstellen sind Penis, After, Scheide und Schamlippen. Zusätzlich zu den Geschwüren tritt eine starke, schmerzlose Schwellung der benachbarten Lymphknoten auf. Aus den Geschwüren tritt eine farblose Flüssigkeit aus, die hochgradig ansteckend ist. Normalerweise heilen die Geschwüre von selbst wieder ab.

Im zweiten Stadium, etwa acht Wochen nach Abheilung der Geschwüre, kommt es oftmals zu Hautausschlägen, Schleimhautentzündungen und Lymphknotenschwellungen. Außerdem kann es zu allgemeinen Krankheitssymptomen wie Kopfschmerzen, Fieber oder Übelkeit kommen.Der Syphiliserreger breitet sich nun im gesamten Körper aus. Nach dieser Phase weisen Betroffene oft jahrelang keine Symptome mehr auf.

Das dritte Stadium beginnt meist drei bis fünf Jahre nach der Infektion. Die Erreger haben unterdessen Lymphknoten, Haut, Gewebe und Organe befallen, betroffen sind dabei oft Luftwege, Knochen, Muskeln, der Magen und die Leber. Es kommt zur Bildung von verhärteten Knoten, die große Geschwüre auf der Haut bilden. Sollte ein syphilischer Knoten die Aorta, die Hauptschlagader, betreffen, kann es zu lebensgefährlichen Spätfolgen kommen.

Im vierten Stadium der Syphilis kommt es zu schweren neurologischen Folgen, Gehirn, Knochenmark und Nervensystem sind nun von Bakterien befallen und können nicht mehr richtig arbeiten. Es kommt zu Lähmungen, Hör-und Sehstörungen, Demenz und Halluzinationen. Ein Viertel der Patienten, die bis dahin nicht behandelt wurden, erkrankt an chronischer Hirnentzündung. Des Weiteren kommt es zu Schwierigkeiten beim Gehen, einem Kontrollverlust über Darm und Blase sowie Sprachstörungen.

Wie wird Syphilis diagnostiziert?

Zuerst befragt der Arzt die betroffene Person zu ihrer Krankengeschichte und ihren Beschwerden. Daraufhin folgt eine körperliche Untersuchung. Im ersten und zweiten Stadium der Erkrankung ist ein direkter Erregernachweis möglich. Dazu wird ein Abstrich der Mundschleimhaut genommen. Dieser wird anschließend unter dem Mikroskop auf Syphiliserreger untersucht. Außerdem wird Infizierten Blut abgenommen, um zu überprüfen, ob das Immunsystem bereits Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, gebildet hat. Ungefähr drei Wochen nach Ansteckung fällt der Test positiv aus.

Wird Syphilis in einem späteren Stadium diagnostiziert, wird untersucht, ob das Nervensystem bereits befallen ist. Dazu wird das Nervenwasser, sogenanntes Liquor, untersucht. Der Patient wird örtlich betäubt, anschließend wird ihm mit einer feinen Nadel Nervenwasser aus dem Rückenmarkskanal entnommen. Das Liquor wird anschließend auf Entzündungszeichen und Antikörper untersucht.

Therapie und Behandlung der Syphilis

Syphilis wird im Normalfall mit dem Antibiotikum Penicillin behandelt. Dieses wird entweder als Injektion in den Gesäßmuskel oder als Infusion verabreicht. Aber auch andere Antibiotika, zum Beispiel Erythromycin, Tetracyclin oder Doxycyclin, können zur Therapie genutzt werden. Der Einsatz eines anderen Antibiotikums wird beispielsweise bei einer Unverträglichkeit gegenüber Penicillin notwendig.

Wie lange die Behandlung dauert, hängt vom jeweiligen Krankheitsstadium ab. Findet die Behandlung im ersten oder zweiten Stadium statt, reicht meist eine einmalige, hochdosierte Antibiotikumgabe. Bei Behandlungen in einem späteren Stadium kann eine intravenöse Gabe über einen Zeitraum von drei Wochen notwendig werden. Damit einher geht ein stationärer Krankenhausaufenthalt. Nach erfolgreicher Therapie sollten Betroffene zuerst vierteljährlich, später jährlich zur Therapiekontrolle gehen. Bei Schwangeren wird eine monatliche Kontrolle empfohlen.

Ähnlich wie bei anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, zum Beispiel HIV, Chlamydien, Hepatitis A oder Tripper, sollte Dein Partner sich ebenfalls auf Syphilis untersuchen und im Fall einer Ansteckung mit Antibiotika behandeln lassen. Falls Du schon länger von einer Infektion betroffen bist, solltest Du auch länger zurückliegende Geschlechtspartner über die Erkrankung informieren.

Heilungsaussichten der Syphilis

Mittlerweile ist die Prognose für Syphilis generell ziemlich gut. Natürlich spielt es dabei eine Rolle, wann mit der Antibiotikabehandlung begonnen wurde. Wenn Syphilis innerhalb der ersten beiden Stadien behandelt wird, ist fast immer eine vollständige Heilung die Folge. Auch später ist eine Heilung möglich, jedoch steigt das Risiko auf bleibende Schäden, zum Beispiel Lähmungen und Sprachstörungen.

Prävention

Da es gegen Syphilis keine Impfung gibt, kann eine Ansteckung ausschließlich mit einem Kondom verhindert werden. Schwangere Frauen sollten sich regelmäßig untersuchen lassen, um eine Ansteckung des ungeborenen Kindes auszuschließen. Menschen, die häufig mit wechselnden Partnern schlafen, wird empfohlen regelmäßig ihr Blut auf Syphiliserreger untersuchen zu lassen. Da Syphilis auch beim Oralverkehr übertragen wird, kann hier ein Lecktuch angewand werden. Dabei handelt es sich um eine Folie, die auf die Vulva gelegt wird, um sich vor sexuell übertragbaren Erkrankungen zu schützen.

Fazit

Syphilis ist eine heimtückische Krankheit, besonder weil viele Betroffene gar nicht wissen, dass sie infiziert sind. Solltest Du den Verdacht haben, dass Du dich angesteckt hast, geh zum Arzt. Auch wenn Du dich selbst auf Symptome kontrollieren kannst, ersetzt das nicht den Besuch beim Arzt. Dieser kann dir eine eindeutige Diagnose geben und dich umgehend behandeln – bei Syphilis gilt: je eher, desto besser.

Je eher eine Infektion festgestellt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Du wieder vollständig gesund wirst. Vergangene Sexualpartner solltest Du über die Infektion informieren, damit auch sie sich untersuchen lassen können.

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